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Hundekrankenversicherung: Was sie kostet und wann sie sich lohnt
Eine Hundekrankenversicherung zahlt nicht nur Operationen, sondern auch Untersuchungen, Medikamente und Behandlungen ohne OP. Dafür kostet sie meist deutlich mehr als eine reine OP-Versicherung. Ob sich das für Ihren Hund rechnet, sehen Sie unten mit echten Rechnungen nach der Gebührenordnung.
Was kostet eine Hundekrankenversicherung?
Die Beiträge hängen vor allem von Rasse, Alter, Selbstbeteiligung und der Höchstleistung pro Jahr ab. Als grobe Orientierung:
| Absicherung | Typischer Beitrag | Was gezahlt wird |
|---|---|---|
| OP-Versicherung | ca. 18 bis 34 € im Monat | Operationen mit Vor- und Nachbehandlung |
| Krankenversicherung (Vollschutz) | einige hundert € im Jahr mehr | zusätzlich Untersuchungen, Medikamente, Behandlungen ohne OP, oft Vorsorge |
Die Spanne für die OP-Versicherung stammt aus dem Test der Stiftung Warentest: Sehr gute Angebote kosteten dort 216 bis 403 € im Jahr. Für einen jungen Jack Russell Terrier lag der günstigste sehr gute Einstiegsbeitrag bei 236 € im Jahr, für einen Labrador bei 305 €. Eine Krankenvollversicherung ist laut Stiftung Warentest meist einige hundert Euro im Jahr teurer. Große Rassen und ältere Hunde zahlen spürbar mehr.
Lohnt sich das? Der ehrliche Vergleich
Eine Krankenversicherung ist vor allem dann sinnvoll, wenn Sie auch die vielen kleineren Rechnungen nicht selbst tragen möchten oder können. Rechnen Sie einmal nach, was ein typisches Jahr ohne große OP kostet:
- Impfung und Check-up: siehe Impfung beim Hund
- Ein bis zwei Besuche wegen Durchfall, Ohrenentzündung oder einer Verletzung, oft mit Spritze oder Medikamenten
- Ab dem mittleren Alter eine Zahnreinigung und ein Blutbild
Das sind schnell einige hundert Euro im Jahr, also etwa der Mehrbeitrag einer Vollversicherung. Der eigentliche Wert einer Versicherung liegt aber bei den seltenen großen Rechnungen: Eine Kreuzband-OP kostet im 2-fachen Satz rund 2.140 €, eine Magendrehung nachts im Notdienst rund 1.860 € bis 3.500 €. Genau diese Fälle deckt auch eine günstigere OP-Versicherung.
Für wen welche Lösung?
| Ihre Situation | Oft sinnvoll |
|---|---|
| Junger Hund, Rücklage unter 2.000 € | OP-Versicherung, früh abschließen |
| Rasse mit bekannten Erbkrankheiten (z. B. Hüfte, Haut, Atemwege) | Krankenversicherung, bevor erste Diagnosen gestellt werden |
| Hohe Rücklage, die Sie wirklich nicht anfassen | Selbst sparen, ggf. nur OP-Schutz |
| Hund über 7 Jahre | Annahme und Beiträge genau prüfen, viele Tarife nehmen ältere Hunde nicht mehr auf |
Worauf Sie im Vertrag achten sollten
Erstattung bis zum 4-fachen GOT-Satz: Im Notdienst dürfen Tierärzte bis zum 4-fachen Satz abrechnen. Ein Tarif, der nur bis zum 3-fachen Satz erstattet, lässt Sie dann auf einem Teil sitzen. Wie viel das ausmacht, zeigt unsere Seite 4-facher GOT-Satz.
Wartezeit: Meist etwa 30 Tage, für bestimmte Erkrankungen deutlich länger. Mehr dazu unter Wartezeit.
Selbstbeteiligung: Prozentual oder als fester Betrag. Sie senkt den Beitrag, aber nicht immer so viel, wie man denkt. Siehe Selbstbeteiligung.
Jahreshöchstleistung: Gute Tarife leisten unbegrenzt. Begrenzte Tarife sind günstiger, reichen bei einer großen OP aber unter Umständen nicht.
Vorerkrankungen: Was vor Vertragsbeginn schon bekannt war, ist fast immer ausgeschlossen. Deshalb lohnt sich ein früher Abschluss.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Hundekrankenversicherung und OP-Versicherung?
Die OP-Versicherung zahlt nur Operationen samt Vor- und Nachbehandlung. Die Krankenversicherung zahlt zusätzlich Behandlungen ohne Operation, also Untersuchungen, Medikamente, Diagnostik und oft auch Vorsorge wie Impfungen über ein Budget.
Bis zu welchem Alter kann ich meinen Hund versichern?
Das ist je nach Versicherer verschieden. Viele Tarife nehmen Hunde nur bis zu einem Eintrittsalter von etwa 8 Jahren auf, einige auch ältere. In der Stiftung Warentest lehnten 8 von 29 guten und sehr guten Tarifen einen siebenjährigen Hund ab.
Zahlt die Versicherung auch Vorerkrankungen?
In der Regel nicht. Erkrankungen, die vor Vertragsbeginn bekannt oder angelegt waren, sind meist ausgeschlossen. Je früher Sie abschließen, desto weniger ist ausgeschlossen.
Ist eine Hundekrankenversicherung Pflicht?
Nein. Pflicht ist in vielen Bundesländern nur die Hundehaftpflicht, die Schäden an anderen abdeckt. Die Krankenversicherung ist freiwillig.